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Montag, 24. März 2014

Tanz im Vulkan

Reden.
Dabei bin ich dir begegnet.
Nicht anfassen.
Die Welt ausziehen und die Dinge
nackt betrachten.

Reden.
Stundenlang.
Ohne Thema.
Ich beziehe mich auf dich und du
dich auf mich.

Mehr sehen als man augenscheinlich
wahrnehmen kann.

Lachen.
Gemeinsam den Moment leben und ihn
auskosten bis zum nächsten Sonnenaufgang.

Spüren und nochmals spüren.
Furchtlos.
Die Schale aufmachen und langsam zum
Kern vordringen.

Zeit fliegen sehen und sich eins fühlen.
Reden.
Nicht anfassen.
Die Welt ausziehen und die Dinge
nackt betrachten.

Schönheit in sich aufsaugen.
Glück sammeln.
Klar sehen.
Den Willen haben zu verändern.
Sich selbst leben.

Den anderen trotzen.
Sich Meinungen bilden.
Eigenständig.
Über sich selbst wachsen, anstelle
zu schrumpfen.

Genießen und Augen schließen.
Sich trauen, mutig sein und 
voran schreiten.

Sich gehen lassen und merken wie
sich Straßen zeichnen, die dahin
führen.

Zu den besonderen Momenten.

Schmetterlingsflügel.

Ich hatte fast schon aufgegeben.
Das mit dem Glück.
Dem Sinn des Lebens.

Doch dann  begegnete ich.
Mir und dir.
Auf einer Strecke.

Du hast mich angesehen
und wir sind augenblicklich
hineingetaucht.

Gestaunt habe ich über
das Vertrauen, über das
ich zufällig gestolpert bin.

Die Zuversicht ist wieder 
da. Dass alles seine Richtung
findet, auch wenn ich sie lange
aus den Augen verloren hatte.

Ich muss nicht mehr schreien,
um mich zu verständigen.
Leise Töne klingen mit dir.
Die alles sagen, was man
nur sagen kann.

Du verlangst nicht, dass ich
mich deinen Erwartungen
beuge - du verbeugst dich
vor meinem Charakter und
grinst.

Die Freude sprudelt geradezu
aus mir heraus.
Und am liebsten wäre ich
einfach im Jetzt gefangen.
Ich will genau dieses Gefühl
einfangen und verwahren.

Du siehst nicht nur das Spiegeln
meiner Oberfläche.

Und ich lasse es zu.
Lasse zu, dass du es siehst.
Dass du dich daran erfreust
und Stück für Stück ausgräbst.
Das ausgräbst, was ich so tief vergraben.

Und ich schenke es Dir, weil ich
weiß, dass du auch nur fliegen willst.

Sonntag, 16. März 2014

Silhouette

Schattenvoll.
Meine Seele ist pechschwarz von den vielen Untaten, die ich vollbracht.
Ich fühle mich erdrückt von meinem Schmerz, er durchdringt jede
meiner Gedanken wie schwarze Linien.

Was ist, wenn ich nicht mehr sein will?
Wenn mich deine Demütigungen so verschlucken, dass nichts mehr von mir
übrig bleibt.

Ich kann nicht mehr und ich ertrage diese Welt nicht.
Alles ist verschwommen und geisterhaft. Jeden Tag derselbe.
Ich kann nicht mehr unterscheiden zwischen Tag und Nacht 
- eine Grauzone legt sich über mich und verschmiert mich bis zur
Unkenntlichkeit.

Unverstanden sitze ich weinend auf meiner Trostlosigkeit.
Ich versinke in meinen Wunden. Ich tauche tief ein in das blutrote
Meer und drücke mich heftig an die Oberfläche.

Es durchdringt mich wie ein Echo, verspottet mich und nährt meine Selbstzweifel.
„Nicht genug“
„Nicht genug“
„Nicht genug“

Der Kampf wühlt in mir und ich kann mich nicht wehren. Ich bin
angekettet und mein Mund verschlossen durch die vielen Male,
die ich mich nicht getraut habe zu sprechen.
Du machst mich machtlos.

Ich bin ausgeliefert. Ich laufe, aber weiß nicht wohin. Wahrscheinlich wieder gegen meine eigene Wand, die ich bis ans andere Ende gezogen habe. Ich hämmere dagegen, doch das einzige, was zu Bruch geht, bin ich.

Ich weiß nicht wer ich bin. Ich verweigere mich selbst.
Meine Würde ist tief verschollen im düsteren Berge meines Seins.
Ich fühle mich ausgelöscht, als ob du mein gezeichnetes Leben einfach so wieder ausradiert hättest.

Ich möchte nicht mehr fühlen. Alles zerstören, was die schwarzen Linien gezeichnet hat. Doch das Netz zieht sich enger und ich sitze gefangen und warte. Warte, dass es mich gefräßig von innen aufisst und sich  schmatzend nährt von meinem gekrümmten Abgrund.

Ich liege da und wünsche mir, dass es aufhört. Dass das unablässige Pochen seine Stille findet und ich nicht mehr leben muss. Ich fühle mich gezwungen am Leben zu bleiben.

„Nicht genug“
„Nicht genug“

Schwach bin ich - zu schwach um zu leben oder zu sterben.

Immer wieder ertrinke ich in den Wellen meinem innerlich tobenden Krieg. Es treibt mich, ohne Licht in Sicht. Ohne Leuchten in der Ferne. Die Dunkelheit in mir verschluckt jeden Willenszipfel und kläglich gehe ich unter. 

Alles ist dort wo es sein sollte. 

Nur ich bin es nicht.

Freitag, 14. März 2014

Geschöpfe

Ein schmaler Grad.
Zwei Fuß lang trennen mich
von der Fremden.
Soviel müsste ich mit meinem
rechten Fuß vorrücken um den ihren zu berühren.

Ob sie spürt, dass ich unsicher bin?
Ich habe sie kurz berührt, absichtlich.
Als ich testen wollte wie viel Spielraum mir
bleibt.

Unbehagen.
Zu viele Menschen auf engstem Raum.
Mir schnürt es die Luft ab.
Ich fühle mich nicht wohl und die ganzen
fragenden Augenpaare merken es.

Ich passe hier nicht rein.
Zu eng.
Zu angepasst.

Die Fremde liest ein Buch. Das würde
ich auch gerne, stattdessen starre ich
aus dem Fenster und hoffe unsichtbar
zu werden. Vielleicht in ihrer Geschichte
zu verschwinden.

Ausgezogen und schutzlos fühle ich mich. 
Als ob mir jeder
meine Andersartigkeit ansieht.
Es verfolgt mich.
Diese stille Anklage.

Wieso?
Warum?
Weshalb?

Der Spielraum wird geringer.

Mehr Menschen drängen sich. Drängen
sich mir auf mit Fragen, die sie mir
gar nicht stellen dürfen. 

Die Fremde berührt meinen Fuß.
Sie hat den Spielraum überschritten.
Hastig fasse ich meine Sachen und
laufe. Laufe davon.

Zuviel Sein um mich rum. Zuviel
Leben. Zuviel Nähe.

Die Anderen sind eben nicht ich
und ich nicht sie und der Weg führt
nur in eine Richtung.

Samstag, 8. März 2014

Pulsieren

Gib dem Mehr sein Lächeln zurück.

Ich will die endlosen Momente einfangen
und sie zu einem eigenen kleinen Universum
binden.

Schwerelos bewegen wir uns auf den
Gestirnen, die wir geschaffen. Es liegt
in unseren Händen, ob wir zerstören
oder erschaffen.

Wir machen uns die Freude zu eigen,
binden uns nicht fest, lassen uns
nicht zu einer Gleichheit
verbiegen.

Gib dem Mehr sein Lächeln zurück.

Mehr.
Mehr lechzen wir und wollen soviel
vom Leben greifen, um uns selbst
zu begreifen.
Um alles in uns aufzusaugen, was 
nur möglich ist.

Um mehr zu sein.
Mehr als andere, die nicht kosten,
was sie verlieren.

Springe weiter als dein eigener
Standpunkt. Suche immer das Mehr.
Das bisschen über dem Horizont.

Gib dem Mehr sein Lächeln zurück.

Lebe aus.
Lebe ein.
Schaffe dein eigenes kleines Glück.

Du hast einmal die Möglichkeit
mehr zu sein. Dem Mehr Inhalt
zu geben. Ihm ein Lächeln zu schenken,
es zu greifen und zu eigen zu machen.
Es in dein Herz zu lassen.

Einmal nur. 
Ein einziges Mal.


Gib dem Mehr sein Lächeln zurück.

Donnerstag, 6. März 2014

Schwarzseherei

Sie.
Ist.
Gegenwärtig.

Sie steht zwischen uns.
Wie eine Wand von Anschuldigungen.

Sie versperrt den Weg.
Ist ständig präsent.
Hindernis.

Sie umschmeichelt und flüstert 
leise Liebesschwüre.
Sie zerrt.
Sie vereinnahmt.

Sie.
Ist.
Gegenwärtig.

Ich verfluchte sie.
Weil sie mir das nimmt, was
ich so dringend brauche.
Sie raubt mir deine Aufmerksamkeit.

Sie bekommt die Blicke geschenkt,
während ich um sie kämpfen muss.
Sie dreht sich in mich hinein.
Bohrt da, wo ich verletzlich bin.

Sie.
Ist.
Gegenwärtig.

Durch sie bin ich nicht dein,
kann nicht ganz dein sein.
Weil sie überall ihre Schatten lässt.

Sie leckt deine Wunden und reißt
meine auf.

Sie umschwärmt.
Sie zertrümmert.
Sie zermahlt.

Sie.
Ist.
Gegenwärtig.

Zuverlässig ist sie immer da,
wenn ich fühle. Dieses schale
Gefühl. Dass etwas unstimmiges
im Stimmigen ist.

Sie zwinkert mir zu. Weiß sie
doch, dass sie immer wieder
zu mir findet. 

Mittwoch, 5. März 2014

Herzstück

Gänsehaut schlägt wie sanfte Wellen über 
meinen Körper.
Ich halte mich am Spüren fest.

Du, du allein bewegst dich in meinem
Gedächtnis und schreibst die schönsten
Melodien.

Mit geschlossenen Augen breitest du
dich auf tausende Arten in der Stille
aus.

Ganz heimlich. Legst dich zwischen
Seele und Verstand. Du nistest dich ein.
Dort wo schon immer dein Platz war.

Es bleibt nirgends woanders hinzugehen
als überall. Wir sind, was wir sind.

Du gibst. Gibst das, was ich verlange.
Und die Augenblicke wärmen mich
und machen das Jetzt unendlich.

Mein Licht bricht durch die Dunkelheit
und wird zu einer Schönheit, die sich
ein Band zur Wahrheit knüpft.

Mit dir zusammen. Zusammen beständig.
Ich flimmere nicht mehr unsicher über
den Bildschirm meines springenden Punktes.

Bedeutend beliebig.
Beständigkeit bleibt bestehen.

Ich blühe.
Und der Duft von Liebe 
hängt über unseren Lächeln.

Nachtgestirn

Du brichst über mich herein,
Unerwartet.
Beinahe herzlos.

Ich habe nicht damit
gerechnet. Mit soviel Gefühl.
Meine Welt verschwimmt unter
tausenden von Eindrücken.

Ich drehe mich und sehe mich
und drehe Pirouetten in deiner
Anwesenheit.

Du verschlingst alles von mir.
Entziehst dich mir und gibst 
dich mir wieder hin. 
Wie im Tanze berühren wir
uns knapp und doch nicht.

Du brichst herein.
Wie ein Ungeheuer. Wie ein
sturmverhangener Tag.
Warten, rastlos.

Ich drehe mich weiter hinab
in der Spirale.


Fremd und erdrückend.
Beklemmung und Freiheit.
Entrückung und zielgerichtet.
Falsch und richtig.

Du und ich.
Möglicherweise.
Auch nicht.

Sonntag, 2. März 2014

Lebenskolonie

Menschenstreben.
Überall.
Ich schließe die Augen.
Spüre sie.
Spüre ihre Fußtritte neben mir.

Rieche den Geruch nach
Leben.

Musik begleitet mich auf
dem Weg durch die Massen.
Doch nur ich kann sie 
hören. 
Ich presse mich an ihnen
vorbei.

Einen Fuß vor den anderen.
Eine Fußspur in der Zeit.

Mein Kokon zieht sich 
an mir hoch und ich blicke
nur leicht auf der Welle
meiner Geschichten durch
ihn hindurch.

Wir sehen die Szenen, die
wir nicht selber spielen,
an uns vorbei rauschen.
Wir imponieren uns von
innen.

Einen Fuß vor den anderen.
Eine Fußspur in der Zeit.

Es braucht mehr um 
zu beeindrucken - mehr
Spiegelung. Mehr eigenes
Musikstück.

Die Massen schieben uns
und driften an uns vorbei.
Das Gedränge ist Teil von
uns und doch Teil von der
Einzäunung.

Entlang schlittern. Durchkämmen.
Und doch nur ein Zentimeter mehr.

Die Menschenriesen zu
denen wir aufschauen.
Sie streifen uns nur flüchtig,
wenn wir durch die Masse streben.

Mittwoch, 26. Februar 2014

Ihre Route wird berechnet

Die Sicht ist getrübt.
Die Sonne bricht sich nur leicht durch den Tag.
Weiter immer weiter treibt die Bewegung.
Sie schlängelt sich den Weg entlang durch
das Stehengebliebene.

Leise und sanft flüstert sie, ich solle
ihr folgen.
Sie zieht mich in den Bann und lässt
mich wandern. 

Sie führt mich in unergründliche Gedanken,
entführt mich spielerisch.
Sie öffnet mir mein Selbst und sanft fährt
sie mir durch meine Seele.
Ich fühle mich geborgen.

Weiter, immer weiter treibt die Bewegung.
Sie schiebt mich vorwärts und mit einem Schlag wird
mein Gipfelpunkt scharf. 
Der Ausblick ist befreiend.

Auf, weiter.
Kopfüber in Neues springe ich
und erfrische mich an dem Unbekannten.
Es durchläuft meinen ganzen Körper wie herabrinnende Wassertropfen.

Immer wieder schreite ich vorwärts, die Bewegung
treibt weiter. Sie fördert und fordert zugleich.
Sie macht sich bereits Dagewesenes zu Nutzen
und baut mir Wege, Straßen und Flugbahnen,
auf denen ich meine Kreise ziehen kann.

Weiter, immer weiter, ruft die Bewegung aus allen
Ecken und Winkeln. Zielgerichtet klemmt sie sich unter meine Füße und zieht mich weiter. 
Bloß weiter.

Das Gefühl unterwegs zu sein, löst wahre
Hormontänze in mir aus, ich bin nervös, gespannt
und aufgeregt.

Wohin, wohin nur? 
Weiter, immer weiter, treibt die
Bewegung. 
Was jetzt ist, ist nachher nicht mehr da.
Jeder Weg führt uns nur zu uns selbst.

Im freien Fall philosophiere ich, immer in Bewegung.
Doch kein Aufprall folgt. Kein Erwachen.

Freiheit.

Ich bewege mich auf sie zu.

Sonntag, 23. Februar 2014

Du kommst vorbei.

Wenn ich dich mit einem Wort beschreiben müsste,
dann wäre es „einziglich“. Nicht nur einzig sondern
auch ich. Du bist einzig mit mir verbunden, dein
Farbspiel spiegelt sich in meinen Gedanken wieder.

Sowieso denken wir auf derselben Spur.
Die linke Überholspur. 
Nicht denken, sondern machen.

Wir ergänzen uns in den einfachsten Dingen.
Unser Lachen setzt zum gleichen Zeitpunkt ein
und ergänzt sich zu Lachsalven, die uns dazu
bringen, dass uns vor Glück beinahe schlecht wird.

Du schenkst mir dann ein Lächeln, wenn ich meins
tief in mir vergraben habe.
Du zeigst mir die Leichtigkeit des Seins, weil du
schwerelos bist. 
Du ziehst mich rauf, nicht runter, bastelst mir eine
Welt, die uns zeitlos festhält. 

Dieser Augenblick ist unser Leben.
Dieser Augenblick sind wir.
Abends wirst du mit mir zum Nachtschwärmer 
und schwärmst mit mir nicht
nur hinaus in die Nacht, um das Toben und Tanzen
aufzusaugen - nein.
Du schwärmst mit mir gemeinsam hinaus ins Leben.

Lebhaft bist du. Anwesend. Spürbar.
Du hörst nicht meine Worte, sondern meine Gefühle.
Meinen Scherbenhaufen hast du lange angesehen
und dich dann dazu gesetzt und deinen dazu
geschüttet. 

„Wir alle sind bloß Scherben mit Geschichten.
Wenn wir einander begegnen und diese
vermischen, spiegeln wir uns ineinander wieder“

Ich bin bei dir ich und doch sind wir wir.
Und das Licht bricht sich unter unseren
Füßen.


Hier ist mehr Anfang als jemals Ende sein wird.

Sturmfrei

Das Geräusch einer Kettensäge direkt vor meinem Fenster.
Laut trampelnd gehen zig paar schwere Schuhe an
ihm vorbei. 
Rauf runter, rauf runter. 
Ich wache auf und bin enttäuscht, dass ich atme.
Der Schmerz legt sich deutlich spürbar auf meine Brust.

Ich ziehe die Decke übern Kopf.
Licht aus.
Ich aus.
Welt aus.

Irgendwann nach scheinbar endlos vergangener Zeit
erhebe ich mich ohne Spuren zu hinterlassen.
Geräuschlos.
Den Schmerz in mir tragend.

Ich versuche ihn abzustreifen, aber er nagt sich nur
noch fester an mein inneres Gewebe.

Ich gehe durch die Türe der Erinnerungen.
Sie zerren an mir und verschwommen nehme ich
einige Momente grau hinterlegt wahr.
Warum muss immer mir das passieren?
Immer ich diejenige sein, deren Leben völlig aus 
dem Ruder läuft und es eigentlich nie das macht
was es tun sollte.

Ich stapfe wütend weiter,
es regnet. Nein Regen ist kein Ausdruck. Es ist als
ob sämtliches Wasser dieser Erde beschlossen hat
mich in kleiner Geschossform zu piesacken.
Großartig. 

Ich finde mich auf offenem Feld wieder und schreie.
Regentropfen verspotten mich und peitschen der Reihe
nach heftig in meinem Gesicht.

„Verdammt noch mal. An dem Mist bist nur du
schuld. Ja du da oben. Kannst du mir mal verraten,
warum alles immer nur mich trifft, der niemandem
was böses will? Der immer nur gibt, aber selten 
nimmt? was ist dein scheiß Problem?“

Keine Antwort. Die Regenmassen haben mich völlig 
durchweicht und ein kalter Wind zieht durch meine
dünnen Klamotten. Ich zeige dem da oben einen
Vogel, bleibe prompt im unebenen Gras hängen und
es legt mich in die Horizontale.

Der kann mich mal. Genauso wie der Rest des Universums,
das sich immer gegen mich verbündet.
Ich schmecke nasse Erde.
Meine Tränen tropfen tausendfach und begießen den Schmerz.
Andere sind glücklicher
als ich, weil ihr Leben in geregelten Bahnen läuft.
Meins hüpft Hula Hup tanzend im Zick Zack und streckt
mir die Zunge raus. „Bäh - verarscht“, kichert es.

Triefend nass liege ich irgendwo im Nirgendwo
Es dauert einen kurzen Moment, in dem ich los
lasse. Ich lasse mich komplett auf das Grün ein.
Ich rieche den erdigen Geruch und spüre die Grashalme
unter mir. Sie fangen mich auf und ich fange an. 
Ich fange an mit zu kichern. 

Irgendwie ist Leben doch ganz ansteckend.

Samstag, 22. Februar 2014

Kartenhaus.

Teuflisch ist dein Lachen und du verbrennst meine Aufrichtigkeit 
in einem Atemzug. Du ziehst mich in deinen Bann und zeichnest 
mir den Weg der Sünden auf.

Doch es ist mir egal. Der Vodka brennt in meinen Adern und
ich denke: Jetzt oder nie. Nie war ich lebendiger als jetzt.

Und ich stürze mich Hals über Kopf ins Abenteuer. 
Hemmungslos nehme ich die Nacht, mache sie mir zu eigen
und spüre die Bewegung auf jedem Zentimeter meiner Haut. 

Nie gab es mehr Ich, mehr sein als in diesem Augenblick.
Er besteht aus unendlichen Facetten und ich jeder spiegelt
sich mein unbändiger Wille. Ich will frei sein. Ich sein und
alles zurück lassen.

Ich will zurück lassen, was mich nicht mehr einholen kann.

Mit Tempo zweihundert krache ich nur gegen den Bartresen und
falle. Falle immer weiter in die Hysterie des Lebens.
Falle und verliere mich in den tausend Lichtern und der
Musik. Überall Musik. 

Der Rhythmus trägt mich tänzerisch weiter ins Land ohne Namen.
Grenzenlos ist mein Appetit auf neue Entdeckungen, die Neugierde
erwacht mich einfach gehen zu lassen.

Ich entdecke dein Gesicht. Es spiegelt sich in meinen zerbrochenen Scherben wieder. Du lachst und dein verzerrtes Gesicht schneidet Grimassen. Ich lache und werfe die Arme in die Höhe, um zu fliegen. 
Schwerelos spüre ich nur noch das Echte. Das Wahre.

Ich schwinge mich auf in neblige Gedanken, die mich weit fort
tragen. Unerforschte Gebiete. Unberührt. Ich streife das Glück
in seiner reinsten Form

Ich lasse los und finde mich in dir wieder.
Deine schelmischen Augen funkeln mich an und ich sehe
die tobende Wirbelstürme der Emotionen in Dir.
So nah, so vertraut. 

Ich strecke meine Hand aus um dich zu berühren.
Du streckst dieselbe Hand aus.
Unsere Fingerspitzen berühren sich am kalten Glas.
Du bist ich,
Ich bin du.
Wir sind eins.

Komm wir spielen, spielen um unser Leben.
Lass uns die Karten des Lebens wieder mischen und
sehen, wer dieses Mal gewinnt.

Grenzenlos

      „Nun sieh mich schon an!“ schreit es aus jeder Faser meiner Melodie.

Die Luft ist voll von schwerem Duft.
Die Sucht zwischen uns ist spürbar. 
Das Knistern bildet kleine Glühfunken zwischen uns.
Die Luft ist elektrisiert.

Du siehst mich an. Du siehst in mich.
Nie war ich tiefer bei Dir. 
Ich spüre deine Anwesenheit in jeder Faser meines Körpers.

Du umarmst meine Seele mit jedem deiner Worte.

ich kann völlig in dich eintauchen, ich ertrinke beinahe in Dir.
Es bleibt keine Möglichkeit mich zu wehren.
Ich bleibe. Halte still.
Bin gefangen im Gefühl.

Du brennst auf mir wie die Sonne auf den Wüstensand.
Ich fühle mich deiner Wildheit ausgeliefert und zeitgleich
kühlst du mein Verlangen.

Rebellisch schaukelt sich das Rot zwischen uns zu einem
dunkelen Rubin. Vulkanische Asche steigt auf.
Und wir verschmelzen und entstehen gemeinsam.

„Sieh mich an“ flüstere ich 
und schenke Dir das schwerste Gewicht an Gefühlen. 
Und doch mache ich es Dir leicht.
Ich nehme dir ab, was du schon lange fragst.

Millionen Gedanken und kein Land in Sicht.

Verlieren und Wiederfinden. Durchleben mit Dir.
Du und ich - unendlich.
Tausend Worte und doch nicht genug gesagt.

Lichterloh will ich mit Dir leuchten
Bis wir uns auflösen. Ganz heimlich.
Und nur noch eine verschwommene Erinnerung von uns übrig bleibt.

Freitag, 21. Februar 2014

Abschied

Du hast mich umgebracht.
Leise. Geräuschlos.
Du hast mir die Wurzeln geraubt und mich entrissen.
In der Luft hing ich von nun an ohne festen Boden unter mir.


Du hast mich umgebracht.
Immer und immer wieder habe ich versucht dein Bild von
mir zu sein – und bin doch nur ein Abbild von dir gewesen. Du sagtest du liebtest mich und im selben Atemzug hast
du dich mit deinem Gewicht wie ein kalter Vorhang auf
mich gelegt.
 Deine Schatten, die in dir wühlten, hast du mir auf erzwungen. Du hast mit deinen inneren Stürmen meine ausgewogene See aufgewühlt.


Du hast mich umgebracht.
Immer und immer wieder. Auf die grausamsten Weisen. Hast mich leise verspottet, mich gequält, mich gedemütigt. Und doch bin ich bei dir geblieben. Um dich vor dir
 selbst du schützen.


Du hast mich umgebracht.
Ich habe mich vor dich geworfen als
die Schatten von dir Besitz ergriffen. Ich habe dich angefleht dich nicht schwarz werden zu lassen -
 meine Liebe hat dich nicht gerettet. Sie ist verkümmert im Angesicht deiner Zerrissenheit.


Ich habe deinen Schmerz zu meinem Schmerz gemacht. Habe meine Wurzeln in deine verhakt und dir gesagt:„Ich bin für dich da“ - doch du flohst immer tiefer in
 die Schatten deiner selbst.


Du hast mich umgebracht. Leise und geräuschlos. 

Ohne meinen Widerstand – weil ich dir nicht wider stand.
In staubiger und trostloser Einsamkeit hast du mich schließlich gelassen. Du bist weiter gezogen und hast die Straße, die wir bewanderten ins Nichts verschwinden lassen. Geblieben ist nur diese vertraute Gefühl, das sich Verzweiflung nennt. Verzweifelt habe ich dich weiter gesucht, aber du brauchtest mich nicht mehr.


Du hast mich umgebracht.
Du hast mir deine Narben geschenkt und sie tief in mich hinein geschossen. Du hast mir dein Hemd übergestreift und mir die schwärzeste Tinte eingeflößt.
 Und in all diesem unzähligen Umbringen, habe ich mich verloren.


Heftig habe ich mich an deinen Kanten geschnitten und an deinem Feuer verbrannt. Lange Zeit trug ich dich und mich gleichzeitig.

- Bis ich aufwachte. Ich wachte auf, während
du noch immer schliefst. Ich streifte dich kurz und war froh mich sorgfältig gefaltet vorzufinden.


Ich ging fort.
Ich ließ dich zurück.


Du hast mich nicht umgebracht.
Es ist alles gut.
Deine Pfade bin ich gewandert und wieder am Quell meines Meeres angekommen. Ich bin lebendig.
Ich tanze auf dem
Narbengewebe deiner Spuren.
Meine federnden Schritte gehe ich auf der Liebe.
Fallende Glückseligkeit umgibt mich.


Weil du mich nicht mehr besitzt. 

Stille

Du.
Ja dich meine ich.
Hast du dich je alleine gefühlt? 

Ich meine damit nicht für einen Moment oder einen Augenblick.
Sondern alleine unter Menschen. Zu anders für das Gleichsein.
Als ob deine Seele zu einem anderen Zeitpunkt gehört.

Ich höre Dir zu. In der Stille. 

Du trägst Geschichten in Dir, die zu erzählen
du nur mit den Augen vermagst.
Und manchmal versuchst Du sie zu verstecken - 
tief vergräbst du dein wahres Ich.

Du weißt ich dringe durch dich hindurch und wirble deine Erinnerungen auf. 
Unsichtbar und kaum merklich. So dass du kaum etwas spürst.

Deine Gedanken und Gefühle erlebe ich und sauge die Wörter
wie Hoffnung in mir auf.
Dein Seelenbuch klappe ich auf und lese darin.

Warum verfängst du Dich immer in Gedanken anderer?
Ihr gesponnenes Netz ist nicht Deins.
Du verknüpfst anders.

Vertraue mir. 
Ich habe Dir immer gesagt, wohin du gehen musst. Auch wenn
der Weg voller schwerer Fässer war und du dich oft selbst zum
überlaufen gebracht hast.

Am Leben vorbei. Auf falscher Spur hast du
gelebt. Hast deine Kraft nicht voll ausgeschöpft und dein
Wesen nicht in die Welt getragen. 

Besonders du, der besonders ist, sollte besonders erkennen,
dass er von der Andersartigkeit lebt.

Du bist durch dich allein lebendig.
Das ist das Alleinesein, das ich meine, dass dich glücklich macht und dich gewähren lasst. 
Dass dich hoch hinaus in die weitesten Wolken wirft und dich dann in das frischeste farbenfrohe Bunte trägt. Dass du nur noch Glück einatmest.

Du bist Du.
An dir ist nichts falsch oder richtig. Du bist keine Rechnung, die
aufgehen muss. Dein Ideenreichtum, deine Gedanken, deine
inneren Werte sind das, was dich wahrlich in alle Richtungen
trägt.
Du trägst die glühenden Kohlen bereits in Dir. Deine Wärme
kann auch dort wärmen, wo einer fast schon erfroren.

Dein Leben fängt dort an. Dort an genau diesem Punkt.
Denn du besitzt Schönheit.

Der Uhrmacher


Tick tack tick tack. Die Zeit schien ihn zu verfolgen, denn er war derjenige, der die Uhren herstellte um Sekunden, Minuten und Stunden zu messen. Um sie ständig zu besitzen. Für den Uhrmacher war die Zeit das einzig Wahre wonach man sich richten musste.

Er fand, dass die Uhren, die er herstellte, perfekt waren. Er setzte Tag für Tag jedes einzelne Teil zusammen. So kam er Stück für Stück seiner Perfektion näher.

Tick tack. Dieses Ticken war für ihn die Melodie des Lebens. Der Sinn und Zweck, weshalb er Tag für Tag Uhren zusammensetzte. Er liebte diesen ständigen Ablauf. Er konnte sich danach richten, hatte er doch genügend dieser Trophäen um sich herum, um festzustellen, wann er in seinem Leben welche Termine erledigen musste. Er klammerte sich so stark an seine Uhren und merkte nicht wie die Zeit, die er damit verschwendete neue Uhren zu bauen, verrann.

Der Inhalt, der sein Leben erfüllte, war die Zeit.
Selbst wenn Leute sein Geschäft betraten, was sehr selten geschah, hörte er nicht auf sich um seine Uhren zu kümmern, sodass die meisten seinen Laden stirnrunzelnd oder schimpfend wieder verließen. Er selbst fühlte sich nicht allein, schuf er doch jeden Tag eine Uhr. Somit war er Schöpfer von etwas, was ihm wichtig vorkam: Zeit messen und sich nach der Zeit richten.

Eines Tages jedoch betrat ein Mann mit Hut sein Geschäft. Er betrachtete die vielen Uhren und in dem Moment, als er die Größte berührte, blickte der Uhrmacher verärgert auf. Schließlich ging
ihm viel zu viel Zeit verloren, indem er sich mit dem Herrn beschäftigte. Der Mann mit Hut jedoch nahm den Zeiger der Uhr und drehte ihn um vierundzwanzig Stunden zurück und verließ wortlos das Geschäft.

Der Uhrmacher wollte die Zeit sofort wieder richtig einstellen, als er sich fragte worin die letzten Stunden seines Lebens bestanden hatten. Er blickte um sich und hörte das Klackern, Ticken und Surren seiner vielen Uhren.

Doch jetzt kam ihm die Zeit bedrohlich vor. Nicht einfühlsam und voller Geborgenheit. Bis in sein Rückenmark drangen die vielen Uhren und sie schienen ihn zu beschimpfen und in den Wahnsinn treiben zu wollen. Immer wieder hämmerten sie durch den ganzen Raum. Es nahm kein Ende. Der Uhrmacher ertrug es nicht länger. Schnell nahm er einen Hammer und zerschlug alle Uhren, die sich in seinem Laden fanden. Nicht eine einzige Uhr blieb tickend übrig.

Und so stand er vor den Scherben der unablässig laufenden Zeit.

Er blickte sich um und sah, dass von der ganzen Zeit, die er besitzen wollte, nicht eine Sekunde übrig geblieben war.