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Samstag, 26. April 2014

Lebenselement

Zeit verstreicht.
Und plötzlich merkt man,
dass man überlebt hat.

Man wacht auf
und es ist vorbei.
Frieden.

Atmen. 

Spüren.
Spüren, dass die Schwere 
verschwunden ist.
Sich aufgelöst hat.
- Peng - 
und weg. 
Der Schuss ist lange gefallen und
hallt nicht mehr nach.

Die Seile, die mich zurück
gehalten haben, sind wunderschöne
tanzende Sterne geworden. 

Mein Glück ist zurück.
Es breitet sich in jede Faser
aus, ist von sämtlichen Farben
bestickt und strahlt.
Ja überstrahlt alles.

Großartige Dinge werden
kommen. Weil ich es spüre.
Manchmal muss man einfach
alles verlieren um sich selbst
zu haben.

Die Gefühlswelt muss Kopf stehen, 
damit man sich wieder gerade rückt.

...und von all den vielen Dingen,
die ich war, bin ich auch nur Mensch.

Einer.
Mit Hoffnung, Träumen und Wünschen.

Und genau dort.

Dort, wo ich stehe, 

fange ich an.
Fange ich wieder an zu leben.

Samstag, 12. April 2014

Wenn der Ozean Liebe ist.

Ich schließe die Augen.

Es riecht nach Salz und

ich spüre den Sand, den
mir der Wind in die 
Haare wirbelt.

Und dann spüre ich es.
Wie es sanft meine Füße
umspielt. Wie es mich
streichelt.

Meer. Mein Meer.
Sehnsucht nach Dir.

Nach deinem Rauschen.
Deinen Wellen.
Deinem Geruch.

Und ich sitze und starre
auf dich. Ungläubig.
Ich betrachte die Schönheit

in ihrer wahrsten Gestalt.

Du glitzerst und funkelst
und trägst mich überall
hin. Die Sonne bricht sich
in deiner Oberfläche und
zaubert tausende Kristalle.

Dein Anblick macht mich
sprachlos. Und berührt.

Ich lege mich in deine Wellen,
lasse mich treiben, spiele mit
dir, necke dich.
Stoße prustend das Meerwasser

wieder aus.

Reinigend.

Meer. Mein Meer.
Sehnsucht nach dir.

Nach deinem Rauschen.
Deinen Wellen.
Deinem Geruch.

Du trägst soviel Leben in dir
und am liebsten würde ich
eintauchen. In die vielen Ströme
deiner Gewässer.

Und jedes Mal, wenn ich zu dir
komme, dann treffe ich jemand
anders. Du bist nie gleich. Nie
dasselbe.

Dein Wasser ist meine Ruhe.

Dienstag, 8. April 2014

Furchtlos

Taub.
Gefühl.
Taub.
Gefühl.

An.
Aus.

An.
Aus.

Schauer, der den Rücken entlang fährt.
Zittern.
Von den Zehen bis zu den Haarspitzen.

Keinerlei Magie.
Keinerlei Märchen.
Eher Boden der Tatsachen.

Taub.
Gefühl.
Taub.
Gefühl.

An.
Aus.

An.
Fürchterlich arg an.

Wiederkehrende Erinnerungen.

...dann völlige Leere.

Sich an den eigenen Gedanken schneiden,
um sich selbst zu spüren. Um irgendwas zu spüren.

Dann die Frage: Wenn die Worte, die du fühlst,
denkst und sprichst auf deiner Haut gezeichnet würden...

...wärst du immer noch wunderschön?

Freitag, 4. April 2014

Ruhestörend

Du darfst nicht.
Du darfst auf keinen Fall.
Unter keinen Umständen

Überall Verbote.

Mein Kopf macht mich wahnsinnig.
Ich kann nicht einschlafen,
weil es leise in mir flüstert.

Leise, kurz vorm einschlafen.
Tu's nicht.
Lass es sein.
Schließ das Türchen wieder zu.

Schon ist es geschehen.
Selbst wenn ich mir das
Kopfkissen über meinen Kopf ziehe.


Die Stimme schweigt nicht.
Aus dem leisen Gebrumme wird
schon langsam ein schwellender Chor.

Du darfst nicht.
Du darfst auf keinen Fall.
Unter keinen Umständen.
Es geht nicht, es darf nicht sein.

Lass es nicht zu.
Du wirst es bereuen.
Wirst wieder da stehen, dein Gefühl

hinweg getragen.
Du kannst es nicht mehr einfangen.
Es kehrt dann nicht mehr zurück.

Es raubt mir meinen Schlaf.
Hin und Her.
Und Hin und Her.
Dreht sich alles im Kreise
und nimmt kein Ende.

Ich kann mich nicht entscheiden.
Kopf oder Bauch,
Kopf oder Bauch. 

Und ich werfe die Münze.
Sie ist gefallen.
Und ich mit ihr.

Klischee

"Das wird schon" haben sie gesagt,
Ich solle mich nicht so anstellen.

Angst.

Angekämpft habe ich.
Gegen das Ertrinken,
während alle anderen frei atmen
und die Luft einsaugen und wieder ausstoßen.
Während ihre Lungen sich mit Sauerstoff füllen, 
brennen meine und ich gehe unter.

Wenn das Jetzt nicht sicher ist, 
wie kann man dann wissen,
was noch folgt?
Was morgen ist?


Anecken an alles.
Keine Balance.
Keine runde Sache sein.

Hilflosigkeit.
Schief angesehen werden.

Nicht verstanden,
nicht verstanden sein.

Ertrinken,
während alle anderen frei atmen.

Stillstand.
Regungsloses Verharren.
Die Blasen im Wasser werden
geringer.
kleiner.
kleiner.
kleiner.

Bis sie gänzlich verschwinden.

Wehmütiges Loslassen.
Betrogen um dich selbst.
Nach unten gedrückt in die
Tiefe des Wassers.
Kein Lichtschimmer.
Kein Auftauchen.
Nach Luft ringen.

Aber. Bloß ein Traum.
Ein zarter Traum des Dazugehörens.

Montag, 31. März 2014

Sinn

Was wäre wenn.
Was wäre, wenn ich mich anders entschieden hätte.
Mich durchgerungen hätte, mehr Nebensätze in
meine Hauptsätze einfließen zu lassen.

Wäre meine Geschichte spannender? Sprachlich
ausgereifter? Wäre sie eventuell ein anderer
Text geworden? Hätte sie etwas anderes transportiert?

Was wäre wenn.

Wenn ich statt Kommas drei Punkte gesetzt hätte
...
[                         ]

Pausen eingefügt. Länger verweilt wäre bei Worten,
deren Bedeutung vielleicht durch meine Unachtsamkeit
verloren gegangen sind.


Liebe.
Zerstörung.
Gefühle.
Süchtig.

Was, wenn ich vergessen habe dort Zeichen zu 
setzen

Dort.
Dort, wo sie mir die Schwere meiner Last genommen
hätten.
Als Worte von Wert schwarz auf
weiß, ohne Schnörkelei.

Was, wenn ich dort klein geschrieben habe, wo ich
DOCH GRÖßE HÄTTE ZEIGEN MÜSSEN.

WO ICH VERGESSEN HABE HERVORZUHEBEN was vielleicht leise und einsam erscheint.
Aber doch für die Handlung maßgeblich war.

Was, wenn ich über so viele Buchstaben gefallen bin und doch
keinen einzigen Satz auf Papier gebracht habe.
Wenn zu viel Gefühl und zu wenig Tinte war.
Wenn ich versagt habe das zu sagen, was ich eigentlich
sagen wollte.

Nämlich.
Dass ich öfters riesige Ausrufezeichen setzen sollte.
! ! ! 
An die Stellen, an denen ich eigentlich schlichte Punkte 
gesetzt habe.

Freitag, 28. März 2014

Gemälde

Meine Unsicherheiten rauben mir mein
Farbenspiel.

Das helle Weiß verläuft sich über
die blauen Bahnen ins Schwarze.

Ins Schwarze triffst du bei mir
und unterbrichst jedes farbenfrohe
Sein.

Ich erkenne deine wahren Farben
nicht. Weiß nicht wohin ich bei
dir eintauche und als was ich
dann auftauche. 

Von Pechschwarz bis Sonnengelb
kannst du mich färben, mein Farbenspiel
zum Guten oder zum Schlechten ändern.

Meine Unsicherheiten rauben mir mein
Farbenspiel. Die kräftigen Farben verblassen.
Die Farbspritzer verlaufen sich in anderen
Farben.

Manchmal ist der geführte Pinselstrich erkennbar
und manchmal verwischt jeglicher konkreter Ansatz.

Manchmal bin ich rot, manchmal bin ich blau.
Manchmal bin ich gelb oder grün und
manchmal ganz und gar unsichtbar.
Farblos.

Das Farbspiel friert ein.
Jedes Mal ergreift es mich aufs Neue.
Jedes Mal mache ich denselben Fehler.
Meine Unsicherheiten ruinieren mein Farbspiel.
Schränken es ein.
Lassen es nicht zu.

Der Pinsel steckt tief im Wasser und verfärbt
es. Und die Unruhe geschieht immer und immer wieder.

Mittwoch, 26. März 2014

Verschollen

Emotional verloren.
Immer dieses Warten.
Darauf, dass jemand dich findet.
Jemand dich erst finden muss.

Dieses Verstricktsein.
Unaufhörlich.

Ich weiß nicht wie oft
ich gegangen bin.
Wie oft ich zu weit
gegangen bin.
Meine Spuren nicht mehr
verfolgen konnte.

Bin ich dieses Mal
völlig orientierungslos?

In mir herrscht Chaos,
eine ganze Sammlung an
Gedanken und Gefühlen,
die sich kreuzen und begegnen.

Ich weiß nicht wie oft
ich gegangen bin.
Wie oft ich zu weit
gegangen bin.
Meine Spuren nicht mehr
verfolgen konnte.

Vielleicht.
Vielleicht kommt jemand vorbei
und rettet mich.
Nimmt mich in seinen Schutz
und verbirgt mich darin.

Vielleicht muss man sich erst
verlieren, um sich zu finden.

Ich warte.
verloren.
Darauf, dass sich jemand zu
meiner Verlorenheit dazu
setzt und mir den größten
Fund darlegt.

Ich warte.
Verloren.
Darauf, dass ich zurückkehren darf
und all die Fußschritte, die
fehlen und nicht erkennbar sind
auf einmal zu einer Spur werden.

Ich weiß nicht wie oft
ich gegangen bin.
Wie oft ich zu weit
gegangen bin.

Zu weit von mir weg und zu
weit von euch weg. So weit,
dass ich nicht mehr zugehörig war.
Ausgestoßen.

Und warte immer noch.
Weil ich es tun musste. Ich wäre
sonst zersprungen wie Glas unter
zuviel Gewicht.

Ich bin schwerelos.
Verloren.
Und die Dunkelheit verschluckt den 
letzten Schimmer.

Montag, 24. März 2014

Tanz im Vulkan

Reden.
Dabei bin ich dir begegnet.
Nicht anfassen.
Die Welt ausziehen und die Dinge
nackt betrachten.

Reden.
Stundenlang.
Ohne Thema.
Ich beziehe mich auf dich und du
dich auf mich.

Mehr sehen als man augenscheinlich
wahrnehmen kann.

Lachen.
Gemeinsam den Moment leben und ihn
auskosten bis zum nächsten Sonnenaufgang.

Spüren und nochmals spüren.
Furchtlos.
Die Schale aufmachen und langsam zum
Kern vordringen.

Zeit fliegen sehen und sich eins fühlen.
Reden.
Nicht anfassen.
Die Welt ausziehen und die Dinge
nackt betrachten.

Schönheit in sich aufsaugen.
Glück sammeln.
Klar sehen.
Den Willen haben zu verändern.
Sich selbst leben.

Den anderen trotzen.
Sich Meinungen bilden.
Eigenständig.
Über sich selbst wachsen, anstelle
zu schrumpfen.

Genießen und Augen schließen.
Sich trauen, mutig sein und 
voran schreiten.

Sich gehen lassen und merken wie
sich Straßen zeichnen, die dahin
führen.

Zu den besonderen Momenten.

Schmetterlingsflügel.

Ich hatte fast schon aufgegeben.
Das mit dem Glück.
Dem Sinn des Lebens.

Doch dann  begegnete ich.
Mir und dir.
Auf einer Strecke.

Du hast mich angesehen
und wir sind augenblicklich
hineingetaucht.

Gestaunt habe ich über
das Vertrauen, über das
ich zufällig gestolpert bin.

Die Zuversicht ist wieder 
da. Dass alles seine Richtung
findet, auch wenn ich sie lange
aus den Augen verloren hatte.

Ich muss nicht mehr schreien,
um mich zu verständigen.
Leise Töne klingen mit dir.
Die alles sagen, was man
nur sagen kann.

Du verlangst nicht, dass ich
mich deinen Erwartungen
beuge - du verbeugst dich
vor meinem Charakter und
grinst.

Die Freude sprudelt geradezu
aus mir heraus.
Und am liebsten wäre ich
einfach im Jetzt gefangen.
Ich will genau dieses Gefühl
einfangen und verwahren.

Du siehst nicht nur das Spiegeln
meiner Oberfläche.

Und ich lasse es zu.
Lasse zu, dass du es siehst.
Dass du dich daran erfreust
und Stück für Stück ausgräbst.
Das ausgräbst, was ich so tief vergraben.

Und ich schenke es Dir, weil ich
weiß, dass du auch nur fliegen willst.

Sonntag, 16. März 2014

Silhouette

Schattenvoll.
Meine Seele ist pechschwarz von den vielen Untaten, die ich vollbracht.
Ich fühle mich erdrückt von meinem Schmerz, er durchdringt jede
meiner Gedanken wie schwarze Linien.

Was ist, wenn ich nicht mehr sein will?
Wenn mich deine Demütigungen so verschlucken, dass nichts mehr von mir
übrig bleibt.

Ich kann nicht mehr und ich ertrage diese Welt nicht.
Alles ist verschwommen und geisterhaft. Jeden Tag derselbe.
Ich kann nicht mehr unterscheiden zwischen Tag und Nacht 
- eine Grauzone legt sich über mich und verschmiert mich bis zur
Unkenntlichkeit.

Unverstanden sitze ich weinend auf meiner Trostlosigkeit.
Ich versinke in meinen Wunden. Ich tauche tief ein in das blutrote
Meer und drücke mich heftig an die Oberfläche.

Es durchdringt mich wie ein Echo, verspottet mich und nährt meine Selbstzweifel.
„Nicht genug“
„Nicht genug“
„Nicht genug“

Der Kampf wühlt in mir und ich kann mich nicht wehren. Ich bin
angekettet und mein Mund verschlossen durch die vielen Male,
die ich mich nicht getraut habe zu sprechen.
Du machst mich machtlos.

Ich bin ausgeliefert. Ich laufe, aber weiß nicht wohin. Wahrscheinlich wieder gegen meine eigene Wand, die ich bis ans andere Ende gezogen habe. Ich hämmere dagegen, doch das einzige, was zu Bruch geht, bin ich.

Ich weiß nicht wer ich bin. Ich verweigere mich selbst.
Meine Würde ist tief verschollen im düsteren Berge meines Seins.
Ich fühle mich ausgelöscht, als ob du mein gezeichnetes Leben einfach so wieder ausradiert hättest.

Ich möchte nicht mehr fühlen. Alles zerstören, was die schwarzen Linien gezeichnet hat. Doch das Netz zieht sich enger und ich sitze gefangen und warte. Warte, dass es mich gefräßig von innen aufisst und sich  schmatzend nährt von meinem gekrümmten Abgrund.

Ich liege da und wünsche mir, dass es aufhört. Dass das unablässige Pochen seine Stille findet und ich nicht mehr leben muss. Ich fühle mich gezwungen am Leben zu bleiben.

„Nicht genug“
„Nicht genug“

Schwach bin ich - zu schwach um zu leben oder zu sterben.

Immer wieder ertrinke ich in den Wellen meinem innerlich tobenden Krieg. Es treibt mich, ohne Licht in Sicht. Ohne Leuchten in der Ferne. Die Dunkelheit in mir verschluckt jeden Willenszipfel und kläglich gehe ich unter. 

Alles ist dort wo es sein sollte. 

Nur ich bin es nicht.

Freitag, 14. März 2014

Geschöpfe

Ein schmaler Grad.
Zwei Fuß lang trennen mich
von der Fremden.
Soviel müsste ich mit meinem
rechten Fuß vorrücken um den ihren zu berühren.

Ob sie spürt, dass ich unsicher bin?
Ich habe sie kurz berührt, absichtlich.
Als ich testen wollte wie viel Spielraum mir
bleibt.

Unbehagen.
Zu viele Menschen auf engstem Raum.
Mir schnürt es die Luft ab.
Ich fühle mich nicht wohl und die ganzen
fragenden Augenpaare merken es.

Ich passe hier nicht rein.
Zu eng.
Zu angepasst.

Die Fremde liest ein Buch. Das würde
ich auch gerne, stattdessen starre ich
aus dem Fenster und hoffe unsichtbar
zu werden. Vielleicht in ihrer Geschichte
zu verschwinden.

Ausgezogen und schutzlos fühle ich mich. 
Als ob mir jeder
meine Andersartigkeit ansieht.
Es verfolgt mich.
Diese stille Anklage.

Wieso?
Warum?
Weshalb?

Der Spielraum wird geringer.

Mehr Menschen drängen sich. Drängen
sich mir auf mit Fragen, die sie mir
gar nicht stellen dürfen. 

Die Fremde berührt meinen Fuß.
Sie hat den Spielraum überschritten.
Hastig fasse ich meine Sachen und
laufe. Laufe davon.

Zuviel Sein um mich rum. Zuviel
Leben. Zuviel Nähe.

Die Anderen sind eben nicht ich
und ich nicht sie und der Weg führt
nur in eine Richtung.

Samstag, 8. März 2014

Pulsieren

Gib dem Mehr sein Lächeln zurück.

Ich will die endlosen Momente einfangen
und sie zu einem eigenen kleinen Universum
binden.

Schwerelos bewegen wir uns auf den
Gestirnen, die wir geschaffen. Es liegt
in unseren Händen, ob wir zerstören
oder erschaffen.

Wir machen uns die Freude zu eigen,
binden uns nicht fest, lassen uns
nicht zu einer Gleichheit
verbiegen.

Gib dem Mehr sein Lächeln zurück.

Mehr.
Mehr lechzen wir und wollen soviel
vom Leben greifen, um uns selbst
zu begreifen.
Um alles in uns aufzusaugen, was 
nur möglich ist.

Um mehr zu sein.
Mehr als andere, die nicht kosten,
was sie verlieren.

Springe weiter als dein eigener
Standpunkt. Suche immer das Mehr.
Das bisschen über dem Horizont.

Gib dem Mehr sein Lächeln zurück.

Lebe aus.
Lebe ein.
Schaffe dein eigenes kleines Glück.

Du hast einmal die Möglichkeit
mehr zu sein. Dem Mehr Inhalt
zu geben. Ihm ein Lächeln zu schenken,
es zu greifen und zu eigen zu machen.
Es in dein Herz zu lassen.

Einmal nur. 
Ein einziges Mal.


Gib dem Mehr sein Lächeln zurück.

Donnerstag, 6. März 2014

Schwarzseherei

Sie.
Ist.
Gegenwärtig.

Sie steht zwischen uns.
Wie eine Wand von Anschuldigungen.

Sie versperrt den Weg.
Ist ständig präsent.
Hindernis.

Sie umschmeichelt und flüstert 
leise Liebesschwüre.
Sie zerrt.
Sie vereinnahmt.

Sie.
Ist.
Gegenwärtig.

Ich verfluchte sie.
Weil sie mir das nimmt, was
ich so dringend brauche.
Sie raubt mir deine Aufmerksamkeit.

Sie bekommt die Blicke geschenkt,
während ich um sie kämpfen muss.
Sie dreht sich in mich hinein.
Bohrt da, wo ich verletzlich bin.

Sie.
Ist.
Gegenwärtig.

Durch sie bin ich nicht dein,
kann nicht ganz dein sein.
Weil sie überall ihre Schatten lässt.

Sie leckt deine Wunden und reißt
meine auf.

Sie umschwärmt.
Sie zertrümmert.
Sie zermahlt.

Sie.
Ist.
Gegenwärtig.

Zuverlässig ist sie immer da,
wenn ich fühle. Dieses schale
Gefühl. Dass etwas unstimmiges
im Stimmigen ist.

Sie zwinkert mir zu. Weiß sie
doch, dass sie immer wieder
zu mir findet. 

Mittwoch, 5. März 2014

Herzstück

Gänsehaut schlägt wie sanfte Wellen über 
meinen Körper.
Ich halte mich am Spüren fest.

Du, du allein bewegst dich in meinem
Gedächtnis und schreibst die schönsten
Melodien.

Mit geschlossenen Augen breitest du
dich auf tausende Arten in der Stille
aus.

Ganz heimlich. Legst dich zwischen
Seele und Verstand. Du nistest dich ein.
Dort wo schon immer dein Platz war.

Es bleibt nirgends woanders hinzugehen
als überall. Wir sind, was wir sind.

Du gibst. Gibst das, was ich verlange.
Und die Augenblicke wärmen mich
und machen das Jetzt unendlich.

Mein Licht bricht durch die Dunkelheit
und wird zu einer Schönheit, die sich
ein Band zur Wahrheit knüpft.

Mit dir zusammen. Zusammen beständig.
Ich flimmere nicht mehr unsicher über
den Bildschirm meines springenden Punktes.

Bedeutend beliebig.
Beständigkeit bleibt bestehen.

Ich blühe.
Und der Duft von Liebe 
hängt über unseren Lächeln.

Nachtgestirn

Du brichst über mich herein,
Unerwartet.
Beinahe herzlos.

Ich habe nicht damit
gerechnet. Mit soviel Gefühl.
Meine Welt verschwimmt unter
tausenden von Eindrücken.

Ich drehe mich und sehe mich
und drehe Pirouetten in deiner
Anwesenheit.

Du verschlingst alles von mir.
Entziehst dich mir und gibst 
dich mir wieder hin. 
Wie im Tanze berühren wir
uns knapp und doch nicht.

Du brichst herein.
Wie ein Ungeheuer. Wie ein
sturmverhangener Tag.
Warten, rastlos.

Ich drehe mich weiter hinab
in der Spirale.


Fremd und erdrückend.
Beklemmung und Freiheit.
Entrückung und zielgerichtet.
Falsch und richtig.

Du und ich.
Möglicherweise.
Auch nicht.

Sonntag, 2. März 2014

Lebenskolonie

Menschenstreben.
Überall.
Ich schließe die Augen.
Spüre sie.
Spüre ihre Fußtritte neben mir.

Rieche den Geruch nach
Leben.

Musik begleitet mich auf
dem Weg durch die Massen.
Doch nur ich kann sie 
hören. 
Ich presse mich an ihnen
vorbei.

Einen Fuß vor den anderen.
Eine Fußspur in der Zeit.

Mein Kokon zieht sich 
an mir hoch und ich blicke
nur leicht auf der Welle
meiner Geschichten durch
ihn hindurch.

Wir sehen die Szenen, die
wir nicht selber spielen,
an uns vorbei rauschen.
Wir imponieren uns von
innen.

Einen Fuß vor den anderen.
Eine Fußspur in der Zeit.

Es braucht mehr um 
zu beeindrucken - mehr
Spiegelung. Mehr eigenes
Musikstück.

Die Massen schieben uns
und driften an uns vorbei.
Das Gedränge ist Teil von
uns und doch Teil von der
Einzäunung.

Entlang schlittern. Durchkämmen.
Und doch nur ein Zentimeter mehr.

Die Menschenriesen zu
denen wir aufschauen.
Sie streifen uns nur flüchtig,
wenn wir durch die Masse streben.

Mittwoch, 26. Februar 2014

Ihre Route wird berechnet

Die Sicht ist getrübt.
Die Sonne bricht sich nur leicht durch den Tag.
Weiter immer weiter treibt die Bewegung.
Sie schlängelt sich den Weg entlang durch
das Stehengebliebene.

Leise und sanft flüstert sie, ich solle
ihr folgen.
Sie zieht mich in den Bann und lässt
mich wandern. 

Sie führt mich in unergründliche Gedanken,
entführt mich spielerisch.
Sie öffnet mir mein Selbst und sanft fährt
sie mir durch meine Seele.
Ich fühle mich geborgen.

Weiter, immer weiter treibt die Bewegung.
Sie schiebt mich vorwärts und mit einem Schlag wird
mein Gipfelpunkt scharf. 
Der Ausblick ist befreiend.

Auf, weiter.
Kopfüber in Neues springe ich
und erfrische mich an dem Unbekannten.
Es durchläuft meinen ganzen Körper wie herabrinnende Wassertropfen.

Immer wieder schreite ich vorwärts, die Bewegung
treibt weiter. Sie fördert und fordert zugleich.
Sie macht sich bereits Dagewesenes zu Nutzen
und baut mir Wege, Straßen und Flugbahnen,
auf denen ich meine Kreise ziehen kann.

Weiter, immer weiter, ruft die Bewegung aus allen
Ecken und Winkeln. Zielgerichtet klemmt sie sich unter meine Füße und zieht mich weiter. 
Bloß weiter.

Das Gefühl unterwegs zu sein, löst wahre
Hormontänze in mir aus, ich bin nervös, gespannt
und aufgeregt.

Wohin, wohin nur? 
Weiter, immer weiter, treibt die
Bewegung. 
Was jetzt ist, ist nachher nicht mehr da.
Jeder Weg führt uns nur zu uns selbst.

Im freien Fall philosophiere ich, immer in Bewegung.
Doch kein Aufprall folgt. Kein Erwachen.

Freiheit.

Ich bewege mich auf sie zu.

Sonntag, 23. Februar 2014

Du kommst vorbei.

Wenn ich dich mit einem Wort beschreiben müsste,
dann wäre es „einziglich“. Nicht nur einzig sondern
auch ich. Du bist einzig mit mir verbunden, dein
Farbspiel spiegelt sich in meinen Gedanken wieder.

Sowieso denken wir auf derselben Spur.
Die linke Überholspur. 
Nicht denken, sondern machen.

Wir ergänzen uns in den einfachsten Dingen.
Unser Lachen setzt zum gleichen Zeitpunkt ein
und ergänzt sich zu Lachsalven, die uns dazu
bringen, dass uns vor Glück beinahe schlecht wird.

Du schenkst mir dann ein Lächeln, wenn ich meins
tief in mir vergraben habe.
Du zeigst mir die Leichtigkeit des Seins, weil du
schwerelos bist. 
Du ziehst mich rauf, nicht runter, bastelst mir eine
Welt, die uns zeitlos festhält. 

Dieser Augenblick ist unser Leben.
Dieser Augenblick sind wir.
Abends wirst du mit mir zum Nachtschwärmer 
und schwärmst mit mir nicht
nur hinaus in die Nacht, um das Toben und Tanzen
aufzusaugen - nein.
Du schwärmst mit mir gemeinsam hinaus ins Leben.

Lebhaft bist du. Anwesend. Spürbar.
Du hörst nicht meine Worte, sondern meine Gefühle.
Meinen Scherbenhaufen hast du lange angesehen
und dich dann dazu gesetzt und deinen dazu
geschüttet. 

„Wir alle sind bloß Scherben mit Geschichten.
Wenn wir einander begegnen und diese
vermischen, spiegeln wir uns ineinander wieder“

Ich bin bei dir ich und doch sind wir wir.
Und das Licht bricht sich unter unseren
Füßen.


Hier ist mehr Anfang als jemals Ende sein wird.

Sturmfrei

Das Geräusch einer Kettensäge direkt vor meinem Fenster.
Laut trampelnd gehen zig paar schwere Schuhe an
ihm vorbei. 
Rauf runter, rauf runter. 
Ich wache auf und bin enttäuscht, dass ich atme.
Der Schmerz legt sich deutlich spürbar auf meine Brust.

Ich ziehe die Decke übern Kopf.
Licht aus.
Ich aus.
Welt aus.

Irgendwann nach scheinbar endlos vergangener Zeit
erhebe ich mich ohne Spuren zu hinterlassen.
Geräuschlos.
Den Schmerz in mir tragend.

Ich versuche ihn abzustreifen, aber er nagt sich nur
noch fester an mein inneres Gewebe.

Ich gehe durch die Türe der Erinnerungen.
Sie zerren an mir und verschwommen nehme ich
einige Momente grau hinterlegt wahr.
Warum muss immer mir das passieren?
Immer ich diejenige sein, deren Leben völlig aus 
dem Ruder läuft und es eigentlich nie das macht
was es tun sollte.

Ich stapfe wütend weiter,
es regnet. Nein Regen ist kein Ausdruck. Es ist als
ob sämtliches Wasser dieser Erde beschlossen hat
mich in kleiner Geschossform zu piesacken.
Großartig. 

Ich finde mich auf offenem Feld wieder und schreie.
Regentropfen verspotten mich und peitschen der Reihe
nach heftig in meinem Gesicht.

„Verdammt noch mal. An dem Mist bist nur du
schuld. Ja du da oben. Kannst du mir mal verraten,
warum alles immer nur mich trifft, der niemandem
was böses will? Der immer nur gibt, aber selten 
nimmt? was ist dein scheiß Problem?“

Keine Antwort. Die Regenmassen haben mich völlig 
durchweicht und ein kalter Wind zieht durch meine
dünnen Klamotten. Ich zeige dem da oben einen
Vogel, bleibe prompt im unebenen Gras hängen und
es legt mich in die Horizontale.

Der kann mich mal. Genauso wie der Rest des Universums,
das sich immer gegen mich verbündet.
Ich schmecke nasse Erde.
Meine Tränen tropfen tausendfach und begießen den Schmerz.
Andere sind glücklicher
als ich, weil ihr Leben in geregelten Bahnen läuft.
Meins hüpft Hula Hup tanzend im Zick Zack und streckt
mir die Zunge raus. „Bäh - verarscht“, kichert es.

Triefend nass liege ich irgendwo im Nirgendwo
Es dauert einen kurzen Moment, in dem ich los
lasse. Ich lasse mich komplett auf das Grün ein.
Ich rieche den erdigen Geruch und spüre die Grashalme
unter mir. Sie fangen mich auf und ich fange an. 
Ich fange an mit zu kichern. 

Irgendwie ist Leben doch ganz ansteckend.